Heizungsgesetz: Die 65-Prozent-Regel einfach erklärt
Das aktuelle Heizungsgesetz setzt klare Standards für erneuerbare Energien. Erfahren Sie, wie Sie mit der 65-Prozent-Regel und staatlichen Förderungen Ihre Immobilie effizient modernisieren.
Zuletzt fachlich geprüft am 10. September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Das Heizungsgesetz verpflichtet Eigentümer dazu, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben. Der Staat unterstützt diesen Umstieg mit Förderungen von bis zu 70 Prozent der Investitionskosten.
Auf einen Blick
- Neue Heizungen müssen ab dem Stichtag zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
- Wärmepumpen, Fernwärme und Biomasseheizungen zählen zu den zentralen Erfüllungsoptionen.
- Die Umstellungspflicht richtet sich nach dem Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung bis 2028.
- Staatliche Förderungen können bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken.
- Eine moderne Heizung verbessert die Energieeffizienzklasse und steigert den Immobilienwert.
Das Gebäudeenergiegesetz schafft einen verbindlichen Rahmen für den Heizungstausch. Zentral ist die 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien bei neuen Anlagen, die durch staatliche Förderprogramme unterstützt wird.
Grundlagen der 65-Prozent-Regel
Gemäß § 71 GEG müssen neu installierte Heizungen mindestens 65 Prozent ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen. Eigentümer können hierbei aus verschiedenen technisch anerkannten Erfüllungsoptionen wählen.
Das Gesetz zielt darauf ab, den Gebäudesektor schrittweise klimaneutral zu gestalten. Der Fokus liegt dabei auf der langfristigen Senkung des fossilen Energieverbrauchs.
Erfüllungsoptionen für moderne Heizsysteme
Als effiziente Lösungen gelten elektrische Wärmepumpen sowie Anschlüsse an Wärmenetze mit hohem Anteil erneuerbarer Energien. Ergänzend sind Biomasseheizungen oder Hybridheizungen, etwa in Kombination mit Gas-Brennwerttechnik, als konform anerkannt.
In sehr gut gedämmten Gebäuden kann zudem die Stromdirektheizung eine zulässige Option darstellen. Diese Technologien ermöglichen die Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen bei den meisten Sanierungsvorhaben.
Fristen und kommunale Wärmeplanung
In Städten mit über 100.000 Einwohnern greifen die Pflichten spätestens bis Mitte 2026. Kleinere Gemeinden haben längere Fristen bis zum 30.06.2028.
Bei einer Heizungshavarie gewährt der Gesetzgeber Übergangsfristen von bis zu fünf Jahren. Diese Staffelung bietet Eigentümern Planungssicherheit für ihre Investitionsentscheidungen.
Staatliche Förderungen für den Heizungstausch
Der Staat deckt durch ein Förderpaket bis zu 70 Prozent der Investitionskosten ab. Die Förderung kombiniert eine Grundförderung mit Boni, wie dem Effizienz- oder Klimageschwindigkeitsbonus.
Zusätzliche Einkommensboni entlasten Haushalte mit geringerem zu versteuerndem Einkommen. Informieren Sie sich über die staatliche Heizungsförderung, um den Eigenanteil zu senken.
Auswirkungen auf die Energieeffizienz
Ein Heizungstausch verbessert den Primärenergiewert und wirkt sich positiv auf den Energieausweis aus. Dies steigert den Immobilienwert und reduziert die laufenden Betriebskosten durch geringere CO₂-Emissionen.
Durch die Modernisierung machen Sie Ihr Gebäude zudem unabhängig von schwankenden fossilen Energiepreisen. Die energetische Aufwertung sollte im Anschluss durch ein aktuelles Dokument transparent nachgewiesen werden.
Fazit
Das Heizungsgesetz bietet durch staatliche Förderungen finanzielle Anreize für einen klimagerechten Umbau. Frühzeitige Modernisierungen sichern den Immobilienwert und senken langfristig die Energiekosten.
Prüfen Sie zeitnah die kommunale Wärmeplanung in Ihrer Gemeinde. Für eine fundierte Bewertung Ihres Gebäudes können Sie einen Bedarfsausweis beauftragen.
Häufige Fragen
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Stand: 10. September 2026.